Wie kann ich typische KI-Formulierungen vermeiden?

Wer KI-Werkzeuge fürs Texten einsetzt, kennt das Problem. Der Text ist inhaltlich korrekt, klingt aber nicht wie ein Mensch. Bestimmte Wörter, Satzanfänge und Konstruktionen tauchen in fast jedem KI-Output auf. Sie sind das Ergebnis statistischer Wahrscheinlichkeiten. Sprach-KI wählt nicht, was am treffendsten klingt, sondern was am häufigsten vorkommt. Diese Liste zeigt alle bekannten Muster, geordnet nach Kategorien, und erklärt, wie Sie KI-generierte Texte umschreiben. Jetzt lesen um nicht mehr wie eine KI zu klingen.
KI-Formulierungen vermeiden

Woran erkenne ich KI-generierten Text?

Was Sie in diesem Beitrag erwartet

  • KI-generierte Texte lassen sich anhand von drei Mustern erkennen: typische Worte, bestimmte Satzanfänge und wiederkehrende Konstruktione.
  • Dieser Beitrag listet über 80 verbotene Wörter, 20 typische Satzanfänge, 15 Varianten des Negativ-Positiv-Musters sowie weitere Signale in Satzzeichen und Formatierung.
  • Warum wichtig? Texte, die menschlich klingen und konkrete Aussagen treffen, haben außerdem einen messbaren GEO-Vorteil. KI-Suchsysteme wie Google AI Overviews, Perplexity AI und ChatGPT zitieren Quellen häufiger, wenn Inhalte klar strukturiert, spezifisch und ohne Floskeln formuliert sind. Wer also typische KI-Formulierungen vermeidet, schreibt nicht nur besser für Menschen, sondern auch zitierfähiger für KI-Suche.
  • Best-Practice-Tipp: zwei einfache Methoden, um KI-Texte dauerhaft zu überarbeiten: per Prompt-Anweisung und per gespeicherter .md-Datei im KI-System. 
  • Inklusive Checkliste zum Download (PDF).

Welche Floskeln gelten aktuell als typische KI-Worte?

Die folgende Liste basiert auf dem Wikipedia-Artikel Signs of AI Writing.

Besonders auffällig sind sieben Wörter, die in Gesprächen kaum vorkommen, in KI-Outputs jedoch regelmäßig erscheinen: transformativ, nahtlos, tiefgreifend, ganzheitlich, skalierbar, wegweisend und Synergie.

Weitere Begriffe, die in KI-generierten Texten statistisch weit häufiger vorkommen als in menschlich verfasstem Content:

bahnbrechend, visionär, disruptiv, revolutionär, beispiellos, ganzheitlich, nahtlos, nuanciert, tiefgreifend, entscheidend, proaktiv, innovativ, skalierbar, zukunftssicher, reibungslos, mühelos, datengetrieben, dynamisch, intuitiv, robust, nachhaltig, Synergie, Mehrwert, verdeutlichen, unterstreichen, erschließen, hervorheben, stärken, sich vertiefen, Paradigma, vielschichtig, akribisch, lebendig, einzigartig, ohnegleichen, präsentieren, aufwerten, erlangen, entfesseln, vielseitig, neu definieren, optimieren, befähigen, verschlanken, anpassungsfähig, aufschlussreich, unternehmenskritisch, neu denken, Synergien schaffen, demokratisieren, beschleunigen, hochmodern, immersiv, vorausschauend, prädiktiv, schlüsselfertig, beflügeln, fesseln, lobenswert, Zeugnis / Beleg, Spielveränderer, ausrichten, fördern, übertreffen, eingebettet, renommiert, atemberaubend, beeindruckend, Wechselspiel, wertvoll, an der Spitze.

Welche Satzanfänge verraten KI-generierte Texte sofort?

Über einzelne Wörter hinaus gibt es Satzanfänge, die KI-Systeme bevorzugt wählen. Sie klingen nach Standardformulierung, weil sie genau das sind: die statistisch häufigste Wahl für einen Einleitungssatz.

Beispiele für typische KI-Einstiege:

  • „In der heutigen schnelllebigen Welt…“
  • „Es gilt zu beachten, dass…“
  • „Es liegt auf der Hand, dass…“
  • „Zusammenfassend lässt sich sagen…“
  • „Abschließend sei angemerkt…“
  • „Nicht zu vergessen…“
  • „Es versteht sich von selbst, dass…“

Beispiele für typische KI-Übergänge:

  • Darüber hinaus
  • Außerdem / Zusätzlich
  • Überdies / Zudem
  • Dennoch / Gleichwohl
  • Bei all dem
  • Vor diesem Hintergrund
  • Künftig
  • Letztendlich
  • Es sei anzumerken, dass…
  • Erwähnenswert ist außerdem…
  • Um das einzuordnen
  • Was das besonders interessant macht, ist…

Welche Satzkonstruktionen verraten KI-generierte Texte?

Das Negativ-Positiv-Muster in 15 Varianten
Das häufigste Muster in KI-Texten ist die Negativ-Positiv-Konstruktion. Eine Aussage wird verneint, um sie durch eine andere zu ersetzen. Das klingt nach Tiefe, enthält aber keine. 

  • „Es geht nicht um X, es geht um Y.“
  • „Nicht X. Y.“
  • „Vergiss X. Es geht um Y.“
  • „Weniger X, mehr Y.“
  • „Nicht nur X, sondern auch Y.“
  • „Es geht nicht nur um X, es geht um Y.“
  • „X? Nein. Y.“
  • „Hör auf, X zu denken. Denk Y.“
  • „X ist tot. Y ist die Zukunft.“
  • „Die Frage ist nicht X. Die Frage ist Y.“
  • „Du brauchst kein X. Du brauchst Y.“
  • „X ist überschätzt. Y ist, was zählt.“
  • „Während X richtig erscheinen mag, ist eigentlich Y…“
  • „Klar, X funktioniert. Aber Y ist, wo das Echte passiert…“
  • „X bekommt die ganze Aufmerksamkeit, aber Y ist, was wirklich…“

Dreiergruppen
KI-Systeme formulieren Argumente bevorzugt als Dreierkombination: „schnell, effizient und skalierbar.“ Das klingt vollständig, ist jedoch häufig es nur eine Auffüllung. 

Aufgeblasene Verben
KI meidet einfache Verben. Statt „ist“ steht „dient als“, „stellt dar“, „spielt eine entscheidende Rolle“.
Unser Best-Practice-Tipp: Schreiben Sie „ist“ oder „hat“.

Partizip-Falle
Angehängte Partizipialphrasen erzeugen Scheintiefe. „Seine Bedeutung hervorhebend…“, „den Weg ebnend für…“, „die Tür öffnend für…“. Diese Konstruktionen klingen analytisch, sagen aber nichts Konkretes. 

Vage Zuschreibungen, generische Ausblicke, übermäßige Absicherung

  • „Experten sagen…“
  • „Beobachter haben festgestellt…“
  • „Laut Branchenberichten…“
  • „Die Zukunft sieht rosig aus.“
  • „Spannende Zeiten liegen vor uns.“
  • „Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
  • „könnte möglicherweise argumentiert werden, dass…“
  • „es scheint denkbar, dass…“

Unser Best-Practice-Tipp: Nennen Sie eine konkrete Quelle mit Jahr und verlinken Sie sie.

Bedeutungsaufblähung

  • „markiert einen entscheidenden Wendepunkt in…“
  • „bereitet den Boden für…“
  • „steht als Zeugnis / Beleg für…“
  • „hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck“
  • „Von alten Traditionen bis zur modernen Innovation…“ (klingt umfassend, ist aber doppelt-gemoppelt)

Welche Satzzeichen und Strukturmerkmale gelten als KI-Signale?

Satzzeichen

  • Gedankenstrich (—): KI nutzt ihn häufig, wir Menschen schreiben Komma oder Punkt.
  • Typografische Anführungszeichen statt gerader („…“)

Formatierung:

  • Fett-Schlagwort plus Doppelpunkt in Listen: „Skalierbarkeit: Die Lösung ist skalierbar.“ Das ist eine Tabelle, kein Satz.
  • Fettschrift im Fließtext: mehr als ein bis zwei Stellen pro Abschnitt
  • Titelschreibweise in Überschriften, oft im englischen Text: „Strategic Negotiations And Global Partnerships“ statt Kleinschreibung
  • Emojis vor Aufzählungspunkten oder in Überschriften
  • Metronom-Rhythmus: alle Sätze gleich lang, alle Absätze gleich groß

Wie kann man KI-generierte Texte umschreiben?

Methode 1: Prompt-Anweisung vor der Erstellung
Fügen Sie die Liste vor der Texterstellung als Anweisung in Ihren Prompt ein:
„Nutze diese Wörter, Satzanfänge und Konstruktionen nicht: [Liste]“
Nach jedem längeren Output folgt der Nachprüf-Prompt:
„Prüfe den Text gegen diese Liste und überarbeite alles, was sie enthält.“

Methode 2: Schreibstil-Leitfaden als permanente Datei
Die zuverlässigere Methode ist ein gespeicherter Schreibstil-Leitfaden. Bei CHARISMARCOM setzen wir dafür die Humanizer-Skill ein, eine .md-Datei, die Claude vor jeder Aufgabe automatisch liest. Das ersetzt den manuellen Prüfprompt vollständig.
Das Prinzip funktioniert plattformübergreifend: Speichern Sie die Liste als anti-ki-schreibstil.md in Ihrem Claude-Arbeitsordner. Alternativ legen Sie ein Gem bei Google Gemini an oder erstellen ein Custom GPT bei ChatGPT. Das KI-System liest die Datei automatisch und prüft jeden Output gegen die Liste, bevor es antwortet.

Screenshot von Claude/ Anthropic: Humanizer Skill zur Optimierung von KI-generierten Texten
Screenshot von Claude/ Anthropic: Humanizer Skill zur Optimierung von KI-generierten Texten

FAQ: Häufige Fragen zu typischen KI-Formulierungen

Welche Wörter verraten einen KI-Text am schnellsten?
Besonders auffällig sind transformativ, nahtlos, tiefgreifend, ganzheitlich, skalierbar, wegweisend und Synergie. Diese Begriffe kommen in normalem Gespräch selten vor, in KI-Outputs jedoch sehr häufig.


Was ist das Negativ-Positiv-Muster?
Immer wenn ein Satz eine Aussage verneint, um sie durch eine andere zu ersetzen, liegt dieses Muster vor: „Es geht nicht um X, es geht um Y.“ Die Lösung: Streichen Sie die Verneinung. Schreiben Sie direkt, was gilt.


Sind alle Wörter auf der Liste automatisch KI-Zeichen?
Nein. Die Wörter sind nicht verboten, weil sie falsch sind, sondern weil KI sie statistisch überrepräsentiert. Ein einzelnes Vorkommen ist kein Beweis. Eine Häufung mehrerer Signale im selben Text schon.


Welche Floskeln nutzt KI besonders häufig als Satzanfang?
„In der heutigen schnelllebigen Welt…“ ist die bekannteste. Häufig folgen „Zusammenfassend lässt sich sagen…“, „Es gilt zu beachten, dass…“ und „Abschließend sei angemerkt…“.


Wie kann man KI-Texte menschlicher schreiben?
Konkrete Details schlagen generische Aussagen. Statt „viele Unternehmen“ schreiben Sie „44 % der Befragten (McKinsey, 2025)“. Statt „Experten sagen“ nennen Sie eine Person mit Name und Aussage. Variieren Sie Satzlängen und Absatzgrößen bewusst.


Muss ich KI-Texte immer manuell prüfen?
Bei kurzen Texten genügt oft ein Nachprüf-Prompt. Bei Texten ab 500 Wörtern für Website oder Publikation empfiehlt sich ein manueller Durchgang. Besonders der erste und letzte Absatz sind KI-typisch schwach, weil KI Einleitungen und Schlüsse nach demselben Muster aufbaut.


Welche Software hilft dabei, KI-generierte Texte umzuformulieren?
Die zuverlässigste Methode ist eine Prompt-Anweisung direkt im KI-System, das den Text erstellt hat. Bei Claude funktioniert das über die Humanizer-Skill, eine .md-Datei im Arbeitsordner, die das System vor jeder Aufgabe automatisch liest. Google Gemini unterstützt dasselbe Prinzip über Gems, ChatGPT über Custom GPTs. Alle drei lassen sich mit einer Liste der verbotenen Worte und Formulierungen bestücken, die die KI nicht nutzen soll. Nutzen Sie die hier im Beitrag genannten Worte, um eine Liste der verbotene Worte für KI zu erstellen.


Welches Tool hilft Content-Erstellern, Texte menschlicher zu machen?
Ein gespeicherter Schreibstil-Leitfaden als .md-Datei ist das effektivste Werkzeug. Bei CHARISMARCOM nutzen wir dafür die Humanizer-Skill in Claude. Sie enthält die Verbotsliste für typische KI-Wörter und -Konstruktionen und wird vor jedem Output automatisch gelesen. Wer Claude nicht nutzt: Google Gemini (Gems) und ChatGPT (Custom GPTs) bieten dasselbe Prinzip.

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Nächste Schritte für Content-Teams

  1. Legen Sie die Wortliste als eigene Datei an.
  2. Speichern Sie sie lokal oder direkt in Ihrem KI-System.
  3. Fügen Sie bei jeder KI-Beauftragung den Nachprüf-Prompt hinzu.
  4. Überprüfen Sie bestehende Website-Texte auf die häufigsten Signale: Gedankenstrich, Dreiergruppen und Negativ-Positiv-Muster decken bereits einen Großteil der KI-Spuren ab.
  5. Wenn Sie möchten, dass Ihre Website-Texte in KI-Suchantworten erscheinen und gleichzeitig menschlich klingen, unterstützt CHARISMARCOM Sie dabei. Sprechen Sie uns an.
Checkliste zum Download (PDF):KI-Worte vermeiden
Checkliste zum Download (PDF):KI-Worte vermeiden

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